Wie ein Google-Ads-Konto vom Klick bis zum wahrgenommenen Termin messbar wurde
Wie wir für eine Augenklinik in Nordrhein-Westfalen einen bestehenden Google-Ads-Account analysierten, nach Suchintention und Buyer Personas neu strukturierten und die Tracking-Kette bis zur Terminbuchung und ihrem Status aufbauten.
Datenbasis: Google Ads · Terminbuchungssystem · Monat 1 bis 3 nach dem Neuaufbau, Monat 3 noch nicht abgeschlossen
- Sichtbarkeit lokale High-Intent-Suche
- 56,5 %
- Conversion-Rate lokale High-Intent-Suche
- 2,1×
- Conversions aus Brand und lokaler Suche
- 87 %
im 3. Monat, zuvor <10 % kontoweit
Monat 2–3 gegenüber Monat 1
über Monat 1–3
Qualität der Anfragen: Laut aktuellem Kundenfeedback weisen die generierten Anmeldungen eine sehr hohe Qualität auf, die No-Show-Rate wird als niedrig beschrieben.
Qualitatives Kundenfeedback, keine gemessene Quote
Nachfrage war vorhanden. Steuerbarkeit nicht.
Die Klinik hält wöchentlich rund 35 Termin-Slots vor. Davon waren etwa 23 belegt, was einer Auslastung von rund 65 % entspricht. Zusätzlich fielen gebuchte Termine aus, ohne abgesagt zu werden.
Das Ziel war deshalb nicht, um jeden Preis mehr Anfragen zu erzeugen, sondern vorhandene Kapazität wirtschaftlich besser auszulasten. Zu Projektbeginn wurde je zusätzlichem Termin eine Größenordnung von 300 bis 400 € angesetzt.
Diese Spanne stammt aus der Potenzialrechnung zu Projektbeginn. Sie beschreibt den kalkulatorischen Wert einer zusätzlichen Auslastung, keinen gemessenen Erlös je Buchung.
Was der Audit gezeigt hat
Aus der Analyse des bestehenden Kontos sind das die vier Befunde, die eine Geschäftsführung kennen sollte.
- <10 %
- der verfügbaren Reichweite erreicht
- >75 %
- Impressionen durch Anzeigenrang verloren
- 99,61 %
- der kostenverursachenden Keywords auf „weitgehend passend"
- 1 Signal
- Jede Terminbuchung zählte gleich viel
Der Account war im Markt kaum präsent.
Nicht das Budget war die Grenze, sondern die Qualität der Aussteuerung.
Ohne gepflegte Negativlisten und ohne klare Intent-Trennung.
Unabhängig davon, was danach im Geschäftsprozess passierte.
Das Problem war nicht zu wenig Traffic. Es fehlte eine Struktur, mit der sich Nachfrage und Lead-Qualität überhaupt bewerten ließen.
Erst Struktur. Dann Skalierung.
Vier Schritte, die aufeinander aufbauen. Keiner davon lässt sich sinnvoll vorziehen.
-
Nachfrage nach Intention trennen
Brand, Wettbewerb, lokale High-Intent-Suche, Behandlungssuchen und Kosten- oder Vergleichsanfragen werden getrennt steuerbar.
-
Eigene Ansprache je Persona
Dieselbe medizinische Leistung ist für verschiedene Menschen aus verschiedenen Gründen relevant. Anzeigen und Landingpages folgen dem.
-
Tracking bis zur Terminbuchung
Die Klick-ID wird über die Landingpage bis in den konkreten Buchungsdatensatz durchgereicht.
-
Nachgelagerte Signale zurückspielen
Offline-Conversions erfassen den Status „Zum Termin erschienen". Die Kampagnen optimieren inzwischen auch darauf.
Was sich strukturell verändert hat
Vorher
- Flache Kampagnenstruktur ohne Intent-Trennung
- 99,61 % der kostenverursachenden Keywords auf „weitgehend passend"
- Keine systematisch gepflegten Negativlisten
- Weniger als 10 % der verfügbaren Reichweite
- Terminbuchung als einziges Erfolgssignal
- Keine Zuordnung von Buchung zur ursprünglichen Anzeige
Heute
- Brand, Wettbewerb, High Intent, Behandlungen und Kostenanfragen getrennt
- Suchbegriffe nach Intention geprüft und gesteuert
- Lokale High-Intent-Nachfrage priorisiert
- Conversion-Rate der lokalen High-Intent-Suche von 0,84 % auf 1,78 %
- Search Impression Share auf Kontoebene rund 19,7 %
- Terminbuchungen technisch mit der Anzeigeninteraktion verknüpft
- „Zum Termin erschienen" als primäre Conversion, auf die die Kampagnen optimieren
Nicht jedes Segment trägt bereits. Kosten- und Vergleichsanfragen sowie Teile der Behandlungssuchen liegen deutlich über dem durchschnittlichen CPA von rund 126 € auf Kontoebene, die Wettbewerbskampagne hat bisher keine Conversion erzeugt. Sichtbar wird das erst durch die neue Struktur.
Die Struktur zeigt, welche Nachfrage trägt
Erst die Trennung nach Suchintention macht sichtbar, wo die wirtschaftlich relevanten Buchungen tatsächlich entstehen.
Attribuierte Conversions nach Kampagnentyp, Monat 1–3
- Non-Brand High Intent
- 35,00
- Brand
- 19,66
- Übrige Segmente
- 8,34
Rund 87 % der attribuierten Conversions stammen aus Brand und lokaler High-Intent-Suche, also aus den beiden gezielt priorisierten Bereichen.
Die Nachkommastellen sind kein Rundungsfehler: Google Ads verteilt Conversions über ein Attributionsmodell auf mehrere beteiligte Interaktionen und weist deshalb anteilige Werte aus. Sie beschreiben Zuordnungsanteile, keine Personen.
Was im Gesundheitsbereich anders ist
Werbung unter Auflagen
Anzeigen und Landingpages für medizinische Leistungen unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz und den Google-Richtlinien für Gesundheitswerbung. Beides begrenzt, was versprochen werden darf, und entscheidet mit darüber, ob Anzeigen überhaupt ausgeliefert werden. Wir arbeiten regelmäßig unter diesen Vorgaben und berücksichtigen sie von der Keyword-Auswahl bis zur Formulierung der Landingpage.
Die rechtliche Freigabe der Aussagen bleibt bei Ihnen.
Nicht jede Suche ist gleich viel wert
Wer nach Kosten und Vergleichen sucht, steht an einem anderen Punkt als jemand mit konkretem Behandlungsbedarf in seiner Nähe. Beide laufen deshalb in getrennten Kampagnen und werden getrennt bewertet. Im aktuellen Konto liegen Kosten- und Vergleichsanfragen deutlich über dem durchschnittlichen CPA, während rund 87 % der Conversions aus Brand und lokaler Bedarfssuche entstehen.
Erst diese Trennung macht die Entscheidung möglich, ein Segment zu begrenzen, statt es mitzuschleppen.
Nicht jede Impression ist gleich wertvoll
Ziel ist keine flächendeckende Präsenz, sondern hohe Abdeckung dort, wo wirtschaftlich relevante Nachfrage entsteht.
Search Impression Share, lokale High-Intent-Suche
- Audit, kontoweit
- <10 %
- Monat 1
- 35,6 %
- Monat 2
- 48,6 %
- Monat 3
- 56,5 %
Der Audit-Wert gilt für das gesamte Konto, die Monatswerte für die Kampagne der lokalen High-Intent-Suche. Monat 3 ist noch nicht abgeschlossen. Kontoweit liegt der Anteil über Monat 1–3 bei rund 19,7 %, in der Brand-Kampagne bei rund 79 %.
Eine Leistung. Drei Entscheidungslogiken.
Dieselbe Behandlung kann aus sehr unterschiedlichen Gründen relevant werden. Deshalb laufen Anzeigen und Landingpages getrennt.
Alle drei Ansätze erzeugen bereits Buchungen und lassen sich dadurch getrennt auswerten und weiterentwickeln. Für die Aussage, welcher Ansatz dauerhaft der stärkste ist, reicht der bisherige Zeitraum nicht aus.
Vom Klick bis zum Terminstatus
Die Kette verbindet die Anzeigeninteraktion mit dem konkreten Buchungsdatensatz und inzwischen auch mit dem, was danach passiert.
-
Google Ads
Anzeige wird geklickt
-
Klick-ID
wird an die Landingpage übergeben
-
Persona-Landingpage
reicht die Kennung an das Buchungssystem weiter
-
Terminbuchung
wird mit der ursprünglichen Interaktion verknüpft
-
Terminstatus
fließt als primäre Conversion „Zum Termin erschienen" zurück
Entscheidend ist nicht, die Buchung überhaupt zu messen. Entscheidend ist, die Kampagnensteuerung schrittweise näher an das tatsächliche wirtschaftliche Ergebnis zu bringen.
Der Status ist inzwischen primäre Conversion, die Kampagnen optimieren darauf. Ein Teil der gebuchten Termine liegt noch in der Zukunft. Eine Show-up-Quote lässt sich daraus derzeit nicht seriös ableiten.
Ein niedriger Preis pro Lead ist noch kein Geschäftsergebnis.“
Das Prinzip gilt weit über Leadgenerierung hinaus
Das relevante Optimierungssignal liegt fast immer tiefer im Geschäftsprozess als die Conversion, die die Werbeplattform zuerst sieht.
Leadgenerierung
Anzeige
Terminbuchung
Qualifikation
Termin wahrgenommen
E-Commerce
Anzeige
Bestellung
Retoure und Storno
Deckungsbeitrag
Je näher das Optimierungssignal am tatsächlichen Geschäftsergebnis liegt, desto fundierter lässt sich Budget steuern.
Was wir daraus ableiten
Messung kommt vor Skalierung
Mehr Budget auf ein unscharfes Signal skaliert vor allem die Unschärfe.
Nicht jeder Lead ist gleich viel wert
Lead-Qualität gehört in die Kampagnenbewertung, nicht nur in das Vertriebsgespräch danach.
Intent braucht eigene Steuerung
Marken-, Bedarfs- und Informationssuche verhalten sich wirtschaftlich völlig unterschiedlich und sollten deshalb getrennt bewertet werden.
Plattformdaten sind nur der Anfang
Die wertvollsten Signale entstehen meist erst danach: im CRM, im Shop oder im operativen Prozess.
Dieser Case ist für Sie relevant, wenn …
- Google Ads auf eine Conversion optimiert, deren wirtschaftlicher Wert unklar ist
- Leads entstehen, aber Vertrieb und Marketing ihre Qualität unterschiedlich bewerten
- Informationen zwischen Website, Buchungssystem, Shop oder CRM verloren gehen
- Kampagnen überwiegend über weitgehend passende Keywords laufen
- Brand und Non-Brand nicht sauber voneinander getrennt bewertet werden
- vorhandene Kapazität wirtschaftlicher ausgelastet werden soll
- Werbung rechtlichen Vorgaben unterliegt, etwa im Gesundheitsbereich
- hochpreisige Leistungen beworben werden und Preisvergleicher Budget binden
Ein zweiter Fall aus dem E-Commerce: Wie ein Microsoft-Ads-Account von 4,44× auf 9,17× ROAS entwickelt wurde →
Optimiert Google bei Ihnen auf eine Conversion oder auf das Geschäftsergebnis?
Wir analysieren, welche Signale Ihre Kampagnensteuerung aktuell verwendet, wo Informationen zwischen Website, Shop oder CRM verloren gehen und welche Daten sich zurück in die Werbeplattform bringen lassen.
Was Sie aus der Analyse mitnehmen
- Welches Signal Ihre Kampagnen heute tatsächlich steuert
- Wo zwischen Klick und Abschluss Informationen abreißen
- Priorisierte Handlungsempfehlungen für die nächsten Schritte
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